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DKRZ Workshop "Participation 4.0"

19.02.2015 - 20.02.2015

Partizipation im Zeitalter der datenintensiven Wissenschaften hat unter dem Begriff der ‚Citizen Science‘ in den letzten Jahren für Diskussion gesorgt. Die Frage ob und, wenn ja, wie Bürger sich an wissenschaftlichen Forschungen beteiligen können, ist bereits seit langem ein Thema der Wissenschaft.

Botanische Atlanten, Sternkartierungen oder Artenzählungen wären ohne das massive Engagement von Nichtprofessionellen-Wissenschaftlern kaum möglich gewesen. Mit der zunehmenden Unterstützung durch Informationstechnologien und der verbesserten Vernetzung sind jedoch neue Formen der Partizipation möglich geworden, die im besten Falle eine Demokratisierung der Wissenschaft unterstützen, im negativsten Falle neue Ausbeutungsformen etablieren. So werden z.B. unter dem Begriff der ‚Serious Games‘ aktuell Strategien verhandelt, die Computerspiele nutzen, um Interessierte an wissenschaftlichen Tätigkeiten zu beteiligen, beispielweise in der visuellen Evaluation von Proteinfaltungen (FoldIT) oder in der Erfassung von Umweltdaten durch Mobiltelefone (Copenhagen Wheel).

Die zunehmende Rekrutierung kostenfreier Arbeitsleistungen (Crowdsourcing) außerhalb des traditionell Akademischen ist daher nicht unumstritten. Aktuell entstehen beispielsweise enorme Datensammlungen, deren wissenschaftliche Qualität und Evaluation oft zu wünschen übrig lässt. Auch kommen Fähigkeiten des Menschen zum Einsatz, die noch nicht durch Computeralgorithmen nachgebildet werden können, und sich somit nicht nur die Frage nach der Autorenschaft im Falle von Entdeckungen, sondern grundsätzlich die Frage nach dem intellektuellen Eigentum stellt. Im Zeitalter der datenintensiven Wissenschaften – 4.0 bezieht sich auf das nach Experiment, Theorie und numerischer Simulation als ‚fourth paradigm‘ beschriebene Modell der Erkenntnisproduktion durch „Big Data“ – ist zudem die Autonomie wissenschaftlicher Daten durch die Monopolisierung weniger infrastrukturelle Akteure und die Kommerzialisierung von großen Datenmengen zum Problem geworden.

Der Workshop untersucht verschiedene Partizipationsformen an der Schnittstelle von datenintensiver Wissenschaft und Gesellschaft und hinterfragt das Konzept der ‚Citizen Science‘ kritisch. Die präsentierten Überlegungen und Fallbeispiele sollen in die Frage münden, welche Möglichkeiten der Integration von Partizipation im Rahmen der Forschungen am Hamburger KlimaCampus denkbar sind. Ziel ist es, erste Ideen zu sammeln, um Projekte der Zusammenarbeit zu initiieren.

Anmeldung zur Teilnahme und Mitarbeit ab sofort über ludwigdummy@dkrzdummy2.de. Die Anzahl der Plätze ist auf 30 limitiert. Eine kurze Darstellung eigener Interessen in 2-3 Sätzen wäre erfreulich. Wir erwarten Ihre Rückmeldung bis spätestens zum 25.1.2015.

CliSAP Mitarbeiterin Dr. Felicia Brisc wird im Rahmen des Workshops einen Vortrag halten zu: "Game Based Learning - A project proposal"

Das komplette Workshop Programm