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Schmelzsaison 2016 - Meereis aus Satellitensicht

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Während der Gefriersaison 2015/2016 war die Lufttemperatur über dem arktischen Ozean in weiten Teilen mehr als sechs Grad Celsius wärmer als der langjährige Mittelwert. In den Monaten Mai und Juni war die Meereis-Ausdehnung die geringste jemals gemessene. Ein ungewöhnlich frühes Aufbrechen der Beaufort See Anfang Mai trug zu den negativen Werten bei.

In der Animation ist dieser Verlauf aus Satellitendaten zusammengefasst. Die Daten liefert der japanische Wetter- und Klimasatellit GCOM-W1, der den Mikrowellensensor AMSR2 (Advanced Microwave Scanning Radiometer-2) trägt. GCOM steht für Global Change Observation Mission und bezeichnet eine Serie von Satelliten für Beobachtungen des Wasserkreislaufs (W-Serie: Wasser und Eis) und des Klimas (C-Serie). Der Satellit W1 ist der erste Satellit dieser Serie und liefert seit dem Sommer 2012 Daten.

Mit einer neuen Methode der Universität Hamburg werden erstmals Rinnen im Eis und einzelne größere Schollen sichtbar. Diese Details sind mit anderen Verfahren nicht erkennbar. Die Methode erlaubt, die Eisbedeckung in nur drei Kilometer räumlicher Auflösung täglich und flächendeckend zu bestimmen. Dadurch ist zum Beispiel deutlich zu sehen, wie der sogenannte Beaufort-Wirbel zum Aufbrechen des Eises beiträgt. Das in der Beaufort See vorherrschende Hochdruckgebiet über dem Eis führt zu einer großräumigen Kreisbewegung im Uhrzeigersinn.

Seit Ende August 2016 sind beide Schiffspassagen in der Arktis wieder offen. Im Jahr 2008 waren die Nordost und die Nordwestpassage erstmals gleichzeitig passierbar. Die Fläche des Meereises war zum Zeitpunkt des Septemberminimums am 07.09.2016 mit 4,1 Millionen Quadratkilometern nur geringfügig größer als im Jahr 2012. Das Jahr 2012 markiert die geringste bisher je gemessene Eisausdehnung im September. Dieses Ergebnis bestätigt erneut den langfristigen negativen Trend der arktischen Meereisfläche durch die vom Menschen verursachte Erwärmung.


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