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Schmelzsaison 2015 - Meereis aus Satellitensicht

Im Winter 2014/15 wuchs die Meereis-Fläche der Arktis auf ihren kleinsten bisher beobachteten Wert an – ein Negativrekord. Daher wurde die Schmelzsaison 2015 mit ihrem Minimum im September mit Spannung beobachtet. In den beiden vergangenen Jahren (2013 und 2014) verzeichnete das Septemberminimum eine relative Zunahme, im Vergleich zum bisherigen Rekordtief vom September 2012 mit nur 3,4 Millionen Quadratkilometern.

In der Animation ist der Verlauf aus täglichen Satellitendaten zusammengefasst. Sowohl die Nordost- als auch die Nordwestpassage sind offen. In der Beaufort See ist ein interessantes Phänomen zu beobachten: Ein „Eisarm“ löst sich vom Rest des zentralen Packeises und wird dadurch schneller in relativ warmen Wasser aufgelöst. Insgesamt wird im September die Ausdehnung des Meereises deutlich geringer als in den Jahren 2013 und 2014 ausfallen. Dies bestätigt den langfristigen negativen Trend der arktischen Meereisfläche, verursacht durch die vom Menschen verursachte Erwärmung. 



Eine neue Methode der Universität Hamburg erlaubt, die Eisbedeckung in nur drei Kilometer räumlicher Auflösung täglich und flächendeckend zu bestimmen. So werden viele Details wie Rinnen im Eis sichtbar, die mit anderen Verfahren nicht erkannt werden können (Beitsch et al. 2014). 

Die Daten liefert der japanische Wetter- und Klimasatellit GCOM-W1, der den Mikrowellensensor AMSR2  (Advanced Microwave Scanning Radiometer-2) trägt. GCOM steht für Global Change Oberservation Mission und bezeichnet eine Serie von Satelliten für Beobachtungen des Wasserkreislaufs (W-Serie: Wasser und Eis) und des Klimas (C-Serie). Der Satellit W1 ist der erste Satellit dieser Serie und liefert seit dem Sommer 2012 Daten. Der Sensor AMSR2 misst die thermische Mikrowellenstrahlung besonders detailgenau. 


Referenzen:

Beitsch, A.; Kaleschke, L.; Kern, S. Investigating High-Resolution AMSR2 Sea Ice Concentrations during the February 2013 Fracture Event in the Beaufort Sea. Remote Sens. 2014, 6, 3841-3856. doi:10.3390/rs6053841