Regionale Fallstudien in Nordafrika

Regionale Fallstudien in Nordafrika sind einer der Forschungsschwerpunkte der Forschungsgruppe Klimwandel und Sicherheit. Es geht darum, konzeptionelle und empirische Ansätze weiterzuentwickeln und vor Ort anzuwenden. In der Region Nordafrika wirkt sich der Klimawandel auf das sensible Gleichgewicht zwischen Bauern und Nomaden, zwischen der Stadtbevölkerung und den Bewohnern ländlicher Regionen, zwischen Migranten und Ortsansässigen und zwischen Staaten an Ober- bzw. Unterläufen von großen Flussgebieten aus. Klimawandelszenarien, Untersuchungen wichtiger sozialer und ökologischer Variablen und Fallstudien in Kenia, Marokko, Mali, zur Nilregion und zum Project DESERTEC dienen dazu, die möglichen Auswirkungen auf Land- und Wassermanagement unter dem Druck limitierter Ressourcen zu bestimmen. Diese liegen im Spannungsfeld zwischen Konflikt oder Kooperation, Stabilität oder Instabilität und Migration oder Anpassung. Ausführliche Untersuchungen wurden in Nordwestkenia durchgeführt, um den Konflikt zwischen den Turkana und den Pokot besser erklären zu können. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Region Loitoktok in Südkenia, wo die Zusammenhänge zwischen Klimaanpassungsmaßnahmen, Ökoystemservices, sozialen Netzwerken und Ressourcenkonflikten genauer unter die Lupe genommen wurden. Qualitative Forschungsmethoden umfassen Interviews mit lokalen Akteuren und Experten, Fokusgruppendiskussionen, aktive Beobachtungen und GIS-Analysen. Die kausalen Zusammenhänge werden in einen größeren umfassenden Forschungsrahmen eingebettet, um generelle Hypothesen zum Zusammenhang zwischen Klima, Ressourcen und Gewalt in der Region aufstellen zu können und somit die Gefahr von Konflikten zu reduzieren.