Rückblick: Expeditionen in 2011

Expeditionssaison "Russische Moore und sibirischer Permafrost 2011" erfolgreich abgeschlossen

Während sich bei uns der Herbst nun langsam bemerkbar macht, ist der sibirische Herbst schon vorbei, und der beginnende Winter treibt die letzten Permafrostforscher des KlimaCampus zurück nach Deutschland. Hier eine kleine Rückschau auf die lange, erfolgreiche Expeditionssaison 2011.

KOMI 2011 - Hydrologie und laterale Kohlenstoffflüsse

Noch im borealen Winter bzw. im April und Mai gingen Dr. Benjamin Runkle, die Doktorandin Armine Avagyan, der Ingenieur Christian Wille sowie die M.Sc. Studenten Nina Hennings und Hannes Haupt von der Universität Göttingen auf die Expedition "KOMI 2011", um Felddaten für das integrierte CliSAP-Projekt „Hydrological controls on the carbon dynamics of boreal peatlands“ zu erheben. Gemeinsam mit russischen Kollegen des Komi Science Center in Syktyvkar führten sie umfangreiche Untersuchungen zur Hydrologie und zu den lateralen Kohlenstoffflüssen während der Schneeschmelze in den ausgedehnten naturnahen borealen Wald-Moor-Flusslandschaften Nordwestrusslands durch (62°’N, 56°’E).

LENA 2011 - Kohlenstoffbilanzierung und Boden-Luft-Austausch

Die längste der diesjährigen Expeditionen war die Expedition "LENA 2011", die gemeinsam mit dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, dem Arctic and Antarctic Research Institute St. Petersburg sowie dem Permafrost-Institut Yakutsk durchgeführte wurde. Sie dauerte von April bis September und führte in die Permafrostgebiete des nordsibirischen Lena-Deltas (72°N, 126°E).

Hier arbeiteten die Hamburger Doktoranden Sebastian Zubrzycki, Peter Schreiber, Julia Antsibor und der M.Sc.-Student Manuel Helbig über die Bilanzierung des im Permafrost gespeicherten Kohlenstoffs, die Methan- und Kohlendioxidflüsse zwischen der Atmosphäre und den Tundra-Ökosystemen in Abhängigkeit der speziellen Hydrologie der Permafrostlandschaften sowie die Belastung der arktischen Böden durch Schwermetalle. Diese Expedition schloss damit auch eine für diese Breiten außergewöhnliche kontinuierliche 24 monatige Messkampagne der CO2-Austauschflüsse zwischen Boden und Atmosphäre ab.

KYTALYK 2011 - Nährstoffe im Polygon-Boden-Mosaik

Eine weitere Expedition "KYTALYK 2011" fand von Juli bis September in der Indigirka-Flussniederung (71°N, 148°E), ca. 750 km östlich des Lena-Deltas, im Rahmen des Russisch-Deutschen Forschungsprojekts “Polygons in tundra wetlands: state and dynamics under climate variability in Polar Regions (POLYGON)” statt.

Diese Expedition wurde gemeinsam mit Wissenschaftlern des Alfred-Wegener-Instituts, der Universität Greifswald, der Moscow State Lomononosov University, der State Pedagogical Herzen University und der Yakutsk State University durchgeführt. Der Hamburger Doktorand Fabian Beermann untersuchte die Verteilung und Verfügbarkeit von Nährstoffen in den diversen Böden der heterogenen Permafrostlandschaften und deren Einfluss auf die Tundravegetation.

Nach den ereignisreichen und lehrreichen Expeditionsmonaten freuen sich die vielen beteiligten jungen Wissenschaftler jetzt darauf, die gesammelten Proben im Labor zu analysieren, die umfangreichen Feldmessdaten im Detail auszuwerten und die Ergebnisse mit den Kollegen zu diskutieren. Ein erfolgreiches 2011 geht in die Endphase.