Zu Gast bei CliSAP: Richard Larsson

03.11.2014

Richard Larsson promoviert zurzeit in der in der Abteilung Raumfahrttechnik des Fachbereichs Informatik der Technischen Universität Luleå in Kiruna, Schweden. Larssons Forschung beschäftigt sich mit der Simulation von Strahlungstransfers mittels Computersimulationen − mit dem Ziel, die Fehlerwahrscheinlichkeit beim Abruf physikalischer Parameter bestmöglich zu verringern. Dabei bedient er sich neuester Forschungserkenntnisse im Bereich der Spektroskopie.

"It is impossible to not be interested in climate research." During his stay in Hamburg, CliSAP guest Richard Larsson will implement new algorithms in the Atmospheric Radiative Transfer Simulator.

Seit wann interessieren Sie sich für Klimaforschung und was fasziniert Sie daran?
Es ist unmöglich, nicht an Klimaforschung interessiert zu sein. Unglaublich viele Berichte und wissenschaftliche Schriften beschäftigen sich mit den Auswirkungen des Klimawandels. Das Thema ist sogar in den Wirbel der täglichen Nachrichtenberichterstattung geraten, wodurch es leider mit allen Konsequenzen politisiert wurde. Es ist sehr spannend zu erleben, wie winzige Veränderungen das globale Gefüge ins Wanken bringen.

Warum haben Sie Hamburg und den Exzellenzcluster CliSAP ausgewählt?
Nur hier kann ich gemeinsam mit Prof. Stefan Bühler an der Einführung neuer Algorithmen im atmosphärischen Strahlungstranfer-Simulator arbeiten. Bisher lag der Fokus dabei auf niedrigeren Emissionsfrequenzen. Nun werden wir das Modell aktualisieren, um mit Wärmestrahlung unter dem Einfluss der Kohlendioxid-Spektroskopie zu arbeiten.

Könnten Sie bitte in einfachen Worten erklären, woran genau Sie während ihres Aufenthalts bei CliSAP arbeiten werden?
Kohlendioxid absorbiert Strahlung aus dem Temperatur- und Strahlungsumfeld der Erde und gibt sie wieder ab. Die Kohlendioxid-Spektroskopie bestimmt, wie Emission und Absorption vonstatten gehen. Eine Folge dieser Prozesse ist, dass die Erdatmosphäre eine Menge Energie einspeichert, die ansonsten in den Weltraum entweichen würde. Um diese Strahlung abzubilden, werde ich unser Transfermodell so erweitern, dass wir das Kohlendioxidspektrum im Detail untersuchen können. Dadurch werden sich unsere Berechnungen des Strahlungsflusses zwar leicht ändern, aber die detaillierten Spektren werden wesentlich nachvollziehbarer werden.

Mit wem und wo arbeiten Sie bei CliSAP?
Bis zu meiner Abreise am 12. November werde ich mit Prof. Stefan Bühler zusammenarbeiten, im 15. Stock des Geomatikums in Raum 1533.

Was werden Sie von hier mit nach Hause nehmen?
Ich werde hier viele Kontakte knüpfen können und viel genauer verstehen, wie und woran meine Hamburger Kollegen arbeiten.

Was könnte sich aus ihrem Aufenthalt in Hamburg entwickeln?
Von meinem Aufenthalt in Hamburg erhoffe ich mir eine weitere Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe „Strahlungstransfer“ – insbesondere im Bereich von Kohlendioxid-Spektroskopien und Temperaturabfragungen.

Herr Larsson hält am 5. November 2014 um 11 Uhr im Raum 1532 des Geomatikums ein Seminar zu seiner bisherigen Forschung an Modellen zur Abbildung des Zeemann-Effekts auf Sauerstoffmolekülen.

Während seines Aufenthaltes in Hamburg bis zum 12. November ist er im Raum 1533 des Geomatikums anzutreffen.