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Wladimir-Peter-Köppen-Preis für exzellente Klimawissenschaften erstmals verliehen

07.07.2009

Zum ersten Mal wird heute am KlimaCampus der Universität Hamburg der Wladimir-Peter-Köppen-Preis verliehen. Die mit 5.000 EUR dotierte Auszeichnung wird an die Nachwuchswissenschaftlerin Dr. Hui Wan vom Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) für ihre exzellente Promotionsarbeit zur numerischen Wetter- und Klimamodellierung überreicht.

„Durch die Erforschung innovativer numerischer Methoden hat Frau Wan einen wichtigen Beitrag für eine neue Generation von Vorhersagemodellen geleistet“, erläutert Prof. Dr. Klaus Fraedrich vom KlimaCampus die Entscheidung der Jury. „Sie hat damit nicht nur eine exzellente und überaus engagierte Arbeit vorgelegt, sondern auch ein aktuelles und anwendungsrelevantes Thema aufgegriffen.“

Die junge chinesische Wissenschaftlerin wurde in der Provinz Hubei geboren. Sie studierte Atmoshärische Physik an der ‚Chinese Academy of Sciences’ in Beijing, China, und bewarb sich 2004 erfolgreich um ein Promotionsstipendium der ‚International Max Planck Reserach School on Earth System Modelling’ (IMPRS-ESM). Im August 2005 konnte Hui ihr Promotionsvorhaben in Dr. Marco Giorgetta’s Arbeitsgruppe ‚Global Climate Modelling’ am Max-Planck-Institut für Meteorologie aufnehmen. Die Universität Hamburg promovierte Hui Wan am 30. Januar 2009 mit der selten vergebenen Auszeichnung „summa cum laude“. Dr. Hui Wan führt ihre Forschungsarbeit am KlimaCampus in Hamburg fort.

Neue Methoden für die Wetter- und Klimavorhersage

Die Arbeit von Dr. Hui Wan ist Teil des „ICON“- Modellentwicklungsprojektes des Max-Planck-Instituts für Meteorologie zusammen mit dem Deutschen Wetterdienst.

Frau Wan hatte in ihrer Arbeit ein zweidimensionales Flachwassermodell, das die Strömung in einer einzelnen Schicht berechnen kann, zu einem dreidimensionalen dynamischen Modell weiterentwickelt. In diesem neuen Modell wird die Atmosphäre in mehrere Schichten aus dreieckigen Zellen eingeteilt. In jeder dieser Zellen werden Temperatur und Wind, und damit die ein- oder ausfliessende Luftmasse berechnet. Von besonderem Interesse sind dabei die verwendeten Methoden selbst. Diese sollen elementare Erhaltungseigenschaften garantieren, möglichst geringe Rechenkosten verursachen, und trotzdem Details der Strömung hinreichend genau berechnen können. Frau Wan’s Arbeit hat wesentlich zum besseren Verständnis der im ICON-Modell verwendeten numerischen Methoden beigetragen. Das von ihr entwickelte numerische Modell bildet den Kern des zukünftigen ICON Atmosphären- und Klimamodells, das später für detailliertere Prognosen verwendet werden soll, als dies derzeit möglich ist.

Kontakt:
Ute Kreis
Öffentlichkeitsarbeit, KlimaCampus der Universität Hamburg
Tel: +49 (0) 40 42838 4523
Email: ute.kreis@zmaw.de
www.klimacampus.de

Dr. Marco Giorgetta
Max-Planck-Institut für Meteorologie
Tel: +49 (0) 40 41173-358
Email: marco.giorgetta@zmaw.de