Wie wichtig ist der IPCC? – Umfrage unter CliSAP Wissenschaftlern

25.11.2015

Streng genommen ist die Mission des Weltklimarats IPCC erfüllt. So sollten dessen turnusmäßig erscheinende Sachstandsberichte ursprünglich vor allem den Anteil des Menschen an der globalen Erderwärmung bestätigen. Doch die Bedeutung der IPCC-Berichte hat eher noch zugenommen.

Wie wichtig ist der IPCC? Diskussion auf dem Podium und im Plenum
Grafik: Warum lesen Wissenschaftler den IPCC-Bericht?

Der IPCC sei wichtig, um Ergebnisse aus der Klimaforschung in die Öffentlichkeit zu bringen. So eines der zentralen Ergebnisse einer internen Umfrage, die am vergangenen Montag am Exzellenzcluster zur Diskussion stand. Befragt wurden rund 140 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Karrierestufen von der CliSAP Professorin oder dem Senior Scientist bis zum Doktoranden. Dabei ging es um die Bedeutung des IPCC für den Dialog mit der Politik, die Rolle in der öffentlichen Diskussion, in der Wissenschaft und die mögliche künftige Ausrichtung des Berichtes.

In der Tat liest auch die wissenschaftliche Community selbst den Report sehr genau – um eine Synthese über den aktuellen Stand des Wissens (82 Prozent) oder eine verlässliche Bewertung zu erhalten (72-76 Prozent) und um sich über aktuelle Ergebnisse zu informieren (66-72 Prozent). „Die Studie zeigt die Bedeutung der IPCC-Berichte in der Wissenschaft  als fachübergreifende Enzyklopädie klimarelevanten Wissens“, berichtet Dr. Imke Hoppe, Autorin der Studie. „Mit unseren Daten können wir diese Entwicklung klar nachzeichnen.“

Die überwiegende Mehrheit der Befragten (80 Prozent) spricht sich dafür aus, auch künftig IPCC-Berichte zu produzieren – und würde sich beteiligen, selbst wenn der IPCC-Prozess unverändert bleibt. „Das war nach unserer Auswertung der Literatur nicht unbedingt zu erwarten“, sagt Hoppe. „In den Medien aber auch in der wissenschaftlichen Community wurden der Report wie auch die Organisation selbst kontrovers diskutiert“.

Was die inhaltliche Ausrichtung betrifft, befürworten mehr als die Hälfte, gleichermaßen globale wie auch regionale Phänomene und Entwicklungen in den Fokus zu nehmen. Nur jeweils rund 20 Prozent der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler plädieren für eine ausschließlich regionale oder ausschließlich globale Betrachtungsweise. „Die Hamburger Klimaforscher schätzen den Report in seiner aktuellen Form. Gleichzeitig gibt es recht unterschiedliche Vorstellungen zur Zukunft der IPCC-Berichte“, zieht Autorin Hoppe Bilanz. „In der weiteren Auswertung werden wir deshalb prüfen, wie die Meinungsbildung innerhalb der Community funktioniert und ob sich die Meinungen in den einzelnen Fachdisziplinen unterscheiden.“

Die CliSAP Umfrage zur Nutzung des IPCC ist ein interdisziplinäres Projekt, umgesetzt von einem Team aus Soziologie, Klimawissenschaft und Kommunikationswissenschaft.