Wie Gebäude den Wind in der HafenCity verändern

26.09.2017

Statt windstill ist es für Fußgänger rund um Hochhäuser häufig besonders zugig, denn Gebäude können die Luftströmungen in ihrem direkten Umfeld spürbar verändern. Wie wirkt sich der Bau eines neuen Gebäudes konkret auf Windrichtung und -geschwindigkeit aus? Werden möglicherweise mehr Abgase in bestimmte Bereiche eingeleitet? Wie lassen sich Starkwinde und Stürme im Winter und sogenannter Schwachwind im Sommer in allen Dimensionen erfassen? Dies erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Projekt "Meteorologischer Antrieb und städtische Modifikation".

Standorte der Messinstrumente
Eine Messstation auf dem Dach der HCU

Statt windstill ist es für Fußgänger rund um Hochhäuser häufig besonders zugig, denn Gebäude können die Luftströmungen in ihrem direkten Umfeld spürbar verändern. Wie wirkt sich der Bau eines neuen Gebäudes konkret auf Windrichtung und -geschwindigkeit aus? Werden möglicherweise mehr Abgase in bestimmte Bereiche eingeleitet? Wie lassen sich Starkwinde und Stürme im Winter und sogenannter Schwachwind im Sommer in allen Dimensionen erfassen? Dies erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Projekt "Meteorologischer Antrieb und städtische Modifikation".

 „Vergangene Woche beendete unser Team vom Meteorologischen Institut eine vierwöchige Messkampagne des Projekts in der Hamburger HafenCity erfolgreich“, sagt Dr. Sarah Wiesner. Wer hier in den letzten Wochen unterwegs war, konnte die sechs hohen Windmessmasten an der Straße vor der HafenCity Universität (HCU) nicht übersehen. „Entlang der Überseeallee haben wir sehr gute Einblicke gewonnen, wie unterschiedlich der Wind auf kleinstem Raum weht. Erstmals haben wir auf und auch rund um Gebäude gemessen“, so Sarah Wiesner. Das Team erfasste dabei jeweils alle Richtungen, aus denen der Wind wehen kann. „Die HafenCity befindet sich derzeit im Wandel und ist besonders spannend, weil noch viel gebaut wird“. So wird das Team auch frühere Messungen von Winter 2017 mit den aktuellen sowie auch mit weiteren Messungen, die im kommenden Winter folgen, vergleichen. „In der Zwischenzeit sind wieder einige Gebäude gewachsen und uns interessiert, wie dies den Wind verändert“.  

Auf dem Dach der HCU war zusätzlich ein sogenanntes Wind-LIDAR installiert, welches Windgeschwindigkeiten mittels Laserlicht in einer Höhe bis zu 1000 Metern misst. Ebenfalls auf dem Dach: ein zehn Meter hoher Messmast. „Um herauszufinden, wo besonders geeignete Messstellen sind, hatten meine Kollegen vom Windkanallabor der Universität Hamburg bereits vorab Versuche an Miniaturaufbauten des Stadtteils und seiner Gebäude durchgeführt“, sagt Sarah Wiesner.  
Die Kampagne ist Teil einer Messserie im Rahmen der Fördermaßnahme „Stadtklima im Wandel“ - Urban Climate Under Change [UC]² des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). In dem darin verankerten Verbundprojekt „Dreidimensionale Observierung atmosphärischer Prozesse in Städten“ (3DO) wird eine Vielzahl von Datensätzen der Atmosphäre in Berlin, Hamburg und Stuttgart erhoben. Insbesondere Langzeitbeobachtungen sollen dabei wertvolle Messdaten liefern, die sowohl Klimamodelle verbessern sollen, als auch direkt in der Stadtplanung und Luftqualitätskontrolle genutzt werden. Gemeinsames Ziel  ist die Entwicklung eines innovativen Stadtklimamodells. Von diesem werden in erster Linie Stadtplaner profitieren, die umfangreiche Informationen für ihre Bauentscheidungen erhalten.

Weitere Informationen

wetterstationen.uni-hamburg.de/index.php
wetterstationen.uni-hamburg.de/index.php
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www.uc2-program.org