Vom Klimasystem zum Mediendiskurs – Vielfalt auf der 10. Deutschen Klimatagung

25.09.2015

Wer über den eigenen Tellerrand hinausblicken wollte, war hier genau richtig: Mehr als 250 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – darunter zahlreiche Forscher aus dem Exzellenzcluster CliSAP und von der Universität Hamburg – diskutierten fächerübergreifend neue Ergebnisse der Klimaforschung. Veranstalter der zehnten Deutschen Klimatagung (DKT) vom 21. bis 24. September in Hamburg waren die Deutsche Meteorologische Gesellschaft und der KlimaCampus Hamburg.

Vielfalt Klimaforschung: Neue Ergebnisse auf der Posterpräsentation
Was bringt der IPCC-Bericht? Imke Hoppe analysiert die Einschätzung der Klimaforscher hierzu.

Klimaforschung heißt längst nicht mehr nur das Klimasystem besser verstehen zu wollen. Viele Forschungsdisziplinen haben sich in den letzten Jahren intensiv mit Klimathemen beschäftigt. Das Programm der Deutschen Klimatagung spiegelte das breite Spektrum wieder: Klimawandel, Klimafolgen, Klimaanpassung und Mitigation, Klimaservice durch Partnerschaften und Klimakommunikation waren die fünf Themenfelder, die von allen Teilnehmern gemeinsam im großen Auditorium der Hafencity Universität diskutiert wurden.

So war der Donnerstag der medialen Diskussion des Klimawandels gewidmet. Michael Brüggemann, der seit diesem Jahr die CliSAP Forschungsgruppe „Mediale Konstruktionen des Klimawandels“ leitet, eröffnete das Panel. Er untersucht, ob durch den Anspruch von Journalisten, eine ausgewogene Berichterstattung mit pro und contra zu liefern, sogenannte Klimaskeptiker überrepräsentiert werden. Imke Hoppe, ebenfalls CliSAP-Forscherin, bot erste spannende Einblicke in eine quantitative Online-Befragung unter Wissenschaftlern des Exzellenzclusters: Wie schätzen Klimaforscher selbst den IPCC und dessen Bedeutung in der öffentlichen und politischen Diskussion ein?

Insgesamt stehe der „interdisziplinäre Gedankenaustausch“ im Vordergrund der Tagung, sagte Martin Claußen, einer der Sprecher der diesjährigen DKT. Damit reflektiere sie auch die vielfältige Ausrichtung der Institutionen in der Metropolregion Hamburg, die sich im KlimaCampus Hamburg zusammengeschlossen haben. Der KlimaCampus Hamburg ist ein Netzwerk von Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Behörden im Bereich der Klimaforschung.

Wie die Reise weitergehen könnte, zeigte der Kieler Klimaforscher Mojib Latif, der gerade den hochdotierten Deutschen Umweltpreis erhalten hat. Als Vorsitzender des Deutschen Klimakonsortiums stellte er zum Abschluss der Tagung das Positionspapier „Perspektiven für die Klimaforschung 2015 bis 2025“ vor, auf das sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen führenden deutschen Klimaforschungsinstituten und weitere Experten in einem zweijährigen Prozess verständigt haben.

Die Idee einer deutschen Klimatagung geht auf das Jahr 1989 zurück. Die beiden Klimaforscher Hans von Storch aus Hamburg und Hans Graf aus Ost-Berlin wollten den Austausch zwischen Klimaforschern aus Ost und West durch eine gemeinsame Klimatagung fördern. Die erste Tagung, damals als Deutsch-Deutsche Klimatagung bezeichnet, fand ein Jahr später in Gosen bei Berlin statt. Für ihre gemeinsame Initiative wurden die beiden Wissenschaftler auf der Jubiläumstagung mit der Reinhard-Süring-Plakette der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft geehrt.

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