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„Unsicherheiten in der Wissenschaft“ – vierte Konferenz junger Erdsystemwissenschaftler in Hamburg angelaufen

24.09.2013

Mit 110 Teilnehmern startete gestern die ICYESS (Interdisciplinary Conference of Young Earth System Scientists) an der Universität Hamburg, KlimaCampus. Zum Thema „Unsicherheiten verstehen und interpretieren“ tauschten sich PostDocs sowie Master- und PhD-Studierende aus zwölf Nationen aus.

Florian Rauser, Andreas Schmidt, Ulrike Holzwarth and Sebastian Sonntag (above, l. to r.) open the conference with 110 participants.

Dabei ging es zunächst um die Grenzen des Verständnisses von physikalischen, chemischen und biologischen Prozessen und deren Wechselwirkungen. Wie erkennen Forscher und Forscherinnen Unsicherheiten – und wie gehen sie wissenschaftlich damit um?

Keynote-Sprecher Eli Tziperman von der Harvard Universität (USA) erläuterte, warum die Rekonstruktion historischer Klimaphasen aus Paläodaten mit vielen Unsicherheiten behaftet ist – und trotzdem so wertvoll für aktuelle Klimaprognosen. Der anschließende Vortrag von Richard Tol (Universität Sussex, Großbritannien) stellte sowohl klimaökonomische Annahmen als auch klimapolitische Ansätze in Frage.

Seine teils provokant vorgetragenen Argumente entzündeten eine lebhafte Diskussion, die auch im anschließenden Programmpunkt weiter geführt wurde. Hier stellten Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler ihre Arbeiten zur Entwicklung und zum Effekt politischer Reaktionen auf Nachhaltigkeitsprobleme vor und konnten so einige Fragen beantworten, die bei Tols Vortrag offen geblieben waren.

Die ICYESS-Konferenz bietet Erdsystemwissenschaftlern die Chance, sich schon am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn zu vernetzen. Entstanden ist die Kooperation aus regelmäßigen Treffen der PhD-Studierenden der drei norddeutschen Exzellenzcluster Bremen, Kiel und Hamburg. Erstmals steht diese vierte Konferenz nun auch Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen anderer Institute offen.

Die Erdsystemwissenschaften umfassen ein weites Feld, neben den „klassischen“ Naturwissenschaften zum Beispiel auch die Humanwissenschaften. Und so steht neben dem fachlichen Austausch auch der interdisziplinäre Ansatz im Fokus: Die verschiedene Disziplinen müssen zunächst erst einmal ganz praktisch die wissenschaftliche Sprache der Nachbarfächer verstehen lernen.

Die Konferenz am KlimaCampus läuft noch bis zum 25. September.


Konferenz-Homepage:
http://icyess.eu

Programm 2013: (pdf)
http://meetings.copernicus.org/icyess2013/icyess2013_session_overview.pdf