Umfrage zur COP21: Deutschland sollte Vorreiterrolle im Klimaschutz übernehmen

02.12.2015

Knapp die Hälfte der Deutschen ist überzeugt, dass mit politischen Maßnahmen dem Klimawandel entgegengewirkt werden kann. Fast 60 Prozent wünschen sich außerdem eine Vorreiterrolle für Deutschland im internationalen Klimaschutz. Dies ergab eine repräsentative Online-Umfrage der Universität Hamburg vor dem Hintergrund der aktuell laufenden Weltklimakonferenz in Paris.

COP21 in Paris: Was bringen die UN-Klimaverhandlungen?

 

„Die Medien berichten intensiv über den Gipfel. Uns interessiert, was am Ende bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommt“, erläutert Prof. Dr. Michael Brüggemann. Der Kommunikationswissenschaftler und sein Team vom Exzellenzcluster für Klimaforschung CliSAP führen eine Reihe von Befragungen durch – vor, während und nach der Konferenz.

Die Ergebnisse der ersten Umfragewelle liegen bereits vor. Demnach kannten viele Deutsche im Vorfeld zwar nicht die konkreten Ziele der aktuellen Verhandlungen. Die Erwartungen an den Weltklimagipfel sind aber deutlich: Die Industrieländer sollten mehr Verantwortung übernehmen und Entwicklungsländer technisch und finanziell unterstützt werden, um sich an den Klimawandel anpassen zu können, sagen rund zwei Drittel der Befragten. Wichtig sei außerdem, dass sich Schwellenländer wie China und Indien beteiligten. Dass es den Regierungen der Welt gelingen wird, Klimaänderungen durch ein international verbindliches Abkommen zu verlangsamen, glauben allerdings nur rund 25 Prozent der Befragten.

„Dennoch sind die Erwartungen an diese Konferenz hoch: Wenn sich die Politik jetzt nicht auf verbindliche Ziele einigen kann, droht Resignation auf Seiten der Bürger und ein Fallenlassen des Themas durch die Journalisten“, berichtet Brüggemann. „Aus der Erfahrung mit dem Scheitern des Gipfels von Kopenhagen wissen wir, dass die Berichterstattung nach dem enttäuschenden Ergebnis 2009 in manchen Medien regelrecht versiegte. In den letzten beiden Jahren stieg sie dann wieder langsam und jetzt kurz vor dem Gipfel massiv an. Es wird aber entscheidend sein, was nach dem Gipfel passiert und ob die Journalisten dies auch kritisch begleiten.“ An den wissenschaftlichen Fakten herrscht dennoch nur wenig Zweifel in der Bevölkerung: 77 Prozent der Befragten stimmen zu, dass der Klimawandel gravierende Folgen für Mensch und Natur habe und dass menschliche Aktivitäten die Hauptursache des gegenwärtigen Klimawandels seien (63 Prozent).

 

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