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Sommer in Sibirien: Hamburger Forscher messen Treibhausgase

06.07.2012

Vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom KlimaCampus verbringen die Sommermonate im sibirischen Lena-Delta. Sie arbeiten etwa sechs Flugstunden von Moskau entfernt auf der Forschungsstation der Insel Samoylov. Dort untersuchen sie die Kohlenstoff- und Wasserflüsse im arktischen Permafrost. Das Team um CliSAP-Professor Lars Kutzbach setzt damit umfangreiche Messungen im Rahmen einer langjährigen russisch-deutschen Zusammenarbeit zwischen dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI), dem Institut für Arktis- und Antarktisforschung in Sankt Petersburg, dem Melnikov-Permafrost-Institut in Jakutsk und weiteren russichen und deutschen Partnerinstitutionen fort.

Die Hamburger Wissenschaftler messen den Transport der Treibhausgase Kohlenstoffdioxid und Methan zwischen dem vernässten Boden und der Atmosphäre. Aus ihren Ergebnissen können sie schlussfolgern, wie Tundra und Permafrost auf den Klimawandel reagieren. Dabei spielt auch die Vegetation eine wichtige Rolle, da sie erhebliche Mengen der Treibhausgase aufnimmt. Die Biologin Wiebke Münchberger untersucht deshalb vor Ort die Kohlenstoffbilanz von Pflanzen und Pflanzengemeinschaften.

Darüber hinaus interessiert die Wissenschaftler der Wasserhaushalt auf der Insel. Sie möchten herausfinden, wie das Wasser anorganische Nährstoffe wie zum Beispiel Salze und organische Stoffe – also chemische Abbauprodukte von Lebewesen – transportiert. Die Arbeit des Hamburger Teams knüpft dabei an die Forschungsexpedition von 2011 an. Damals stellte der Geograph Manuel Helbig dramatische Veränderungen der Wasserflüsse durch den jährlich auftauenden Permafrost fest. Gemeinsam mit seinem Kollegen Benjamin Runkle wird er diesen Sommer weitere Messungen durchführen. In den vergangenen 15 Jahren hat sich der sibirische Permafrost im Winter besonders stark erwärmt. So sind die Lufttemperaturen deutlich gestiegen, gleichzeitig hat sich die Periode der Schneebedeckung verkürzt.

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