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Nordatlantische Umwälzungen: Expedition mit FS Maria S Merian erfolgreich beendet

16.07.2009

Welche Rolle spielt der Nordatlantische Ozean für das Klima der Erde? Wie wirkt sich die globale Erwärmung auf die Ozeanzirkulation aus? Für welche Schwankungen des Klimas ist der Ozean verantwortlich? Diesen Fragen gingen 21 Wissenschaftler, Techniker und Studenten aus Deutschland, England, Finnland, Frankreich und Russland während einer fünfwöchigen Expedition mit dem Eisrandforschungsschiff Maria S Merian im Nordatlantik nach - zwischen Kanada, Grönland und Island.

Unter der wissenschaftlichen Leitung von Professor Detlef Quadfasel vom KlimaCampus der Universität Hamburg erkundeten die Meeresforscher den nördlichen Zweig der Atlantischen Umwälzzirkulation, der für die Dynamik des Erdklimas eine herausragende Rolle spielt. 

Merian legte während der Expedition MSM12-1 nahezu 5000 Seemeilen zurück; an mehr als 200 Positionen konnten wertvolle Daten zur Ozeanzirkulation gewonnen werden. Dabei ging es um drei wesentliche Aspekte: Das Überströmen (Overflow) von Tiefenwasser aus dem Nordmeer durch die Dänemarkstrasse in den Nordatlantik, das Einmischen von Umgebungswasser in diesen Overflow, und der anschließende Export des Tiefenwassers aus der Labradorsee. Am Meeresboden verankerte Messgeräte, die zum Teil seit mehr als 10 Jahren unterhalten werden, geben Aufschluss über langfristigen Änderungen der Zirkulation. Vom Schiff herabgelassene Messsonden zeigen die kleinräumigen Strukturen des Overflows und seine Vermischung mit dem Umgebungswasser. Hier wurde eine vom Kaliningrader Shirshov Institut für Ozeanologie entwickelte Mikrostruktursonde eingesetzt, die erstmals eine detaillierte Vermessung kleinskaliger Turbulenz in Wassertiefen von mehr als 2500 m Tiefe ermöglichte.

Die erfolgreiche Forschungsreise wurde durch einen Empfang in Reykjavik abgerundet. Bei prachtvollem Wetter konnte Kapitän Friedhelm von Staa und der wissenschaftliche Fahrtleiter Detlef Quadfasel den isländischen Außenminister, die Botschafter Deutschlands, Englands, Norwegens, Chinas, Japans und Frankreich sowie führende Meereswissenschaftler aus Island an Bord begrüßen. Die Gäste hatten während Ihres Aufenthaltes nicht nur die Möglichkeit, das Schiff zu besichtigen, sondern erhielten auch Erläuterungen zu den wissenschaftlichen Ergebnissen der Reise. Der Besuch des Forschungsschiffes in Island sowie der Empfang an Bord unterstreichen die guten Beziehungen zwischen Deutschland und Island.

Die wissenschaftlichen Arbeiten werden im Rahmen des BMBF Nordatlantikprojektes und durch das EU Projekt THOR (ThermoHaline Overturning – at Risk?) gefördert. Die Betriebsmittel für Maria S Merian werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Verfügung gestellt.

Das 2006 in Fahrt gebrachte Forschungsschiff MARIA S. MERIAN ist das zurzeit modernste Forschungsschiff Deutschlands. Die wissenschaftlich-technische, logistische und finanzielle Abwicklung und Betreuung erfolgt durch die Leitstelle der Universität Hamburg. Bereedert wird das Schiff durch die Leeraner Reederei Briese Schiffahrts GmbH & Co. KG.

Weitere Informationen zur Wissenschaft
www.eu-thor.eu/Scientific-NEWS.609.0.html

Weitere Informationen zum Schiff
www.ifm.zmaw.de/de/leitstelle/reisen-des-fs-maria-s-merian/