Neue Visualisierung zeigt Zyklone „Christian“ und „Haiyan“

03.03.2016

Die beiden Zyklone „Christian“ und „Haiyan“ entfalteten gegen Ende des Jahres 2013 ihre zerstörerische Kraft: „Christian“ zog im Oktober über die Nordsee, während „Haiyan“ im November die Philippinen erreichte. Dr. Felicia Brisc vom Exzellenzcluster CliSAP zeigt in einer neuen Visualisierung diese beiden Stürme im Detail. Das Video erfasst die Taifun-Saison und die Winterstürme über dem Nordatlantik und Westeuropa in der Zeit von August 2013 bis März 2014. Es basiert auf einer Simulation des globalen Zirkulationsmodells der Atmosphäre ECHAM6. Dabei errechneten Dr. Frauke Feser und Martina Schubert-Frisius am Helmholtz-Zentrum Geesthacht das Klima von 1948 bis 2015.

Super-Taifun „Haiyan“ erreicht die südchinesische Provinz Hainan.
28. Oktober 2013, 13 Uhr: Orkan "Christian" fegt mit Spitzengeschwindigkeiten über Norddeutschland hinweg.

Für die Visualisierung entwickelten die Wissenschaftlerinnen einen spezifischen Algorithmus, um die Zugbahnen von „Christian“ und „Haiyan“ aus der globalen Simulation auszuwählen. So konnten sie den Luftdruck auf die Meeresoberfläche und die höchsten Windgeschwindigkeiten im Umkreis um die niedrigsten Luftdruck-Werte ermitteln. In einem nächsten Schritt verknüpften sie die niedrigsten Werte mit den Zugbahnen der Zyklone. Mithilfe verschiedener Kriterien – wie zum Beispiel einem bestimmten Schwellenwert der Windgeschwindigkeit, der Dauer des Sturms und der maximalen vertikalen Windscherung, welche den Unterschied in der Windgeschwindigkeit zwischen zwei Punkten der Erdatmosphäre charakterisiert – wurden die jeweiligen Zyklone ausgewählt. Die so erstellte Visualisierung macht die Ergebnisse der umfangreichen numerischen Klimasimulation am Beispiel der beiden Zyklone sichtbar.

Das Video zeigt, wie Sturm „Christian“ nahe Neufundland entstand und sich rasch ostwärts über den Atlantik Richtung Südengland und über die Nordsee bewegte. Am 28. Oktober erreichte er Dänemark mit Spitzengeschwindigkeiten von 193 Stundenkilometern. Aber auch über Norddeutschland jagte der Orkan mit Geschwindigkeiten von 190 Stundenkilometern hinweg. In den norddeutschen Küstenregionen, in Dänemark, den Niederlanden, Südengland und Südschweden richtete der Sturm schwere Schäden an. Schließlich zog er über Finnland Richtung Russland, wo er sich dann abschwächte.

Der tropische Wirbelsturm „Haiyan“ gehört zu den vier stärksten Wirbelstürmen überhaupt, die seit 1969 gemessen wurden. Er entstand im Nordwestpazifik und zerstörte weite Teile der Philippinen, wo Tausende Menschen starben. Während er sich westwärts bewegte, wuchs er zu einem Taifun der Stärke fünf an. Über den Philippinen erreichte er Windgeschwindigkeiten von 285 Stundenkilometern. Er zog weiter westwärts über das südchinesische Meer und erreichte Vietnam bevor er abflaute.

 

Mehr Informationen

  • Zur Visualisierung
  • Schubert-Frisius, M., F. Feser, H. von Storch, S. Rast, 2016: Spectral Nudging Sensitivity Study using an AGCM. Submitted to Mon. Wea. Rev.