Meeresforscher warnen vor Lücken bei Messung des Salzgehalts im Ozean

15.02.2016

Kommentar in “Nature Climate Change“: Vier renommierte Meeresforscher aus den USA und Deutschland warnen in der kommenden März-Ausgabe davor, die erfolgreiche Beobachtung des Salzgehalts in den Ozeanen zurückzufahren.

Der Salzgehalt in den Ozeanen zeigt zentrale Klimatrends an. Kontinuierliche Messungen sind dazu notwendig.
An Deck des Forschungsschiffs Meteor: Mit der CTD-Sonde lässt sich auch der Salzgehalt des Wassers bestimmen.

 „Wir haben bereits erste Risse im globalen Datennetz“, sagt Detlef Stammer, Direktor des Centrums für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit an der Universität Hamburg und einer der vier Autoren des Artikels. „Das heißt, aktuelle Beobachtungen weisen schon jetzt Lücken auf, etwa bei den Satellitendaten. Was wichtige internationale Forschungsprogramme wie Argo oder GO-SHIP angeht, ist darüber hinaus die Finanzierung für die nächsten Jahre nicht gewährleistet.“

Am Salzgehalt in den Ozeanen lassen sich wichtige Klima-Trends ablesen: Internationale Forschungsprogramme messen seit Jahren den Salzgehalt in den Ozeanen, um etwas über zentrale Klimafaktoren wie Niederschlag oder Verdunstung über den Weltmeeren oder die Eisschmelze in Polargebieten zu erfahren. Das Salz im Ozean ist aber nicht nur Indikator des Klimawandels, sondern auch selbst ein wichtiger Klima-Motor. Schon kleine Veränderungen im Salzgehalt können globale Meeresströme antreiben oder abbremsen und bedeutende Folgen für das Klima haben.

Lange waren die Forscherinnen und Forscher ausschließlich auf Sonden, Schiffe oder ferngesteuerte  Messgeräte – sogenannte Glider – angewiesen. Seit einigen Jahren lässt sich der Salzgehalt auch per Satellit messen. „Für aussagekräftige und verlässliche Forschungsergebnisse benötigen wir dringend kontinuierliche Messungen“, betont Stammer.

Weitere Informationen:

Zum Kommentar in “Nature Climate Change“

Prof. Detlef Stammer