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KlimaCampus-Forscher liefern Bausteine für EU-Projekt "Page 21"

07.11.2011

Heute startet das EU-Projekt "Page 21", das klimabedingte Veränderungen im arktischen Permafrost und ihre weltweiten Auswirkungen ins Visier nimmt. Etwa ein Viertel der Landmasse der nördlichen Hemisphäre ist derzeit noch dauerhaft gefroren. Diese Permafrostböden sind seit Tausenden von Jahren gigantische Kohlenstoffspeicher.

Jetzt untersuchen Feldforscher, Betreiber von Langzeitobservatorien und Modellierer von 18 wissenschaftlichen Einrichtungen gemeinsam, was geschieht, wenn der Kohlenstoff aus den arktischen Böden in die Atmosphäre gelangt. Zwei Forscherteams vom KlimaCampus steuern ihre Expertise bei, um zuverlässigere Prognosen für die weltweite Klimaentwicklung zu erarbeiten. Diese werden in den fünften Weltklimabericht der Vereinten Nationen einfließen.

In der Arktis wirkt sich der Klimawandel besonders stark und rasch aus. Der Permafrost taut auf und setzt zusätzlich Treibhausgase frei, die diesen Effekt noch verstärken können. Zwar wurden die grundlegenden Mechanismen bereits eingehend untersucht. Bei der Quantifizierung einzelner Prozesse besteht allerdings noch erheblicher Forschungsbedarf. Ziel des Projektes "Page 21" ist es deshalb, qualitativ hochwertige Datensätze zu den über den gesamten Jahresverlauf austretenden Gasen zu erstellen. Um die zeitliche Entwicklung und saisonale Variationen zu erfassen, müssen möglichst weite Bereiche und lange Zeiträume eines Jahres abgedeckt werden. Standardisierte Methoden der Partner sollen dabei die Vergleichbarkeit der Daten erhöhen.

Um zu verstehen, wie sich die Permafrostregionen durch den Klimawandel entwickeln und welche Rückkopplungen möglicherweise entstehen, kombinieren die Forscher Beobachtung und Modellierung. Für beide Komponenten liefern Wissenschaftler des KlimaCampus wichtige Projektbausteine: Die Forschungsgruppe "Regionale Hydrologie in terrestrischen Systemen" unter der Leitung des CliSAP-Juniorprofessors Lars Kutzbach misst die Kohlenstoff- und Stickstoffflüsse im arktischen Permafrost. Was bedeuten deren Veränderungen für das Ökosystem, den Boden und letztlich für das Klima?
Die Forschungsgruppe "Terrestrische Hydrologie" des Max-Planck-Instituts für Meteorologie um Dr. Stefan Hagemann arbeitet derweil an der Verbesserung von Klimamodellen, in denen die Permafostböden künftig stärker berücksichtigt werden sollen. Eine wichtige Rolle spielen hierbei die Temperatur des Bodens, das Zusammenspiel von Boden und Wasser sowie Kohlenstoffflüsse und -speicher.


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