Inhalte für Open Online Universität gestalten – Projekt Nachhaltigkeit bekommt Zuschlag

15.07.2015

Internetportale stellen weltweit Lerninhalte bereit und ergänzen so die klassischen Seminare und Vorlesungen. Studierende müssen dann selten oder gar nicht mehr an einen Campus kommen. Doch um online sinnvoll zu lernen, braucht es mehr als abgefilmte Vorträge. Die Universität Hamburg fördert deshalb jetzt wissenschaftliche Projekte, die neue digitale Inhalte und Lernformate entwickeln – wie das Team um CliSAP-Forscher Arnd Holdschlag.

Das Projektteam v. l. n. r.: Ivo van den Berk, Arnd Holdschlag, Mirjam Braßler

Gemeinsam mit dem Senat haben die Hamburger Hochschulen Anfang des Jahres die Hamburg Open Online University, kurz HOOU, gegründet. Um das Portal mit wissenschaftlichen Inhalten zu füllen, wurden jetzt von der Universität Fördergelder für neun Projekte bewilligt.

Eines davon beschäftigt sich mit Nachhaltigkeit und Klimawandel  aus transdisziplinärer Perspektive: Arnd Holdschlag, CliSAP-Wissenschaftler vom Institut für Geographie der Universität Hamburg, freut sich, dass sein Projekt „Sustainable Futures in Times of Climate and Socioeconomic Change – Transdisciplinary Approaches and Educational Potentials“ zum Wintersemester starten kann. Gemeinsam mit der Volkswirtin und Psychologin Mirjam Braßler, dem Erziehungswissenschaftler Ivo van den Berk und Studierenden hat er das Konzept entwickelt, das nun mit rund 20.000 Euro gefördert wird.

Das Besondere: Neben Studierenden sind ausdrücklich alle Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, sich zu beteiligen. Sie können zwar nichts mit den so genannten Credit Points anfangen, die Studierende für den erfolgreich absolvierten Kurs bekommen. Sie werden jedoch gleichberechtigt die Inhalte entwickeln und lernen, diese in Grafik, Text und Video zu produzieren. Die Teilnahme ist kostenfrei. Das Projekt wird auf einem e-learning-Portal stattfinden, zusätzlich gibt es drei Präsenzveranstaltungen.

Zum Auftakttreffen im Oktober werden Themenkomplexe wie Meeresspiegel, Klimawandel, Flüchtlinge, soziale Nachhaltigkeit oder das Anthropozän vorgestellt. „Welche Inhalte die Teilnehmenden konkret daraus entwickeln, ist ganz offen“, sagt Geograph Holdschlag. „Meine Kollegen bringen dabei das didaktische Fachwissen aus den Erziehungswissenschaften sowie die ökonomische und psychologische Perspektive mit – ein toller fächerübergreifender Mix.“ Die neu produzierten Inhalte werden später als freie Lernressourcen, so genannte Open Educational Resources, auf dem HOOU-Portal zur Anwendung und Weiterbearbeitung bereit stehen.


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