Ève Chiapello erhält Anneliese-Maier-Preis und forscht in Hamburg

27.01.2016

Die Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften hat einen Anneliese-Maier-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung für die französiche Professorin Ève Chiapello eingeworben.

Wird am CGG forschen: Ève Chiapello.

Das Preisgeld beträgt 250.000 Euro.  Ihre wissenschaftliche Gastgeberin ist CliSAP-Sprecherin Prof. Dr. Anita Engels, die sie für den Preis nominiert hatte. Die Wirtschaftssoziologin Ève Chiapello ist seit 2013 Forschungsdirektorin an der École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS) in Paris. International bekannt wurde sie durch ihr mit Luc Boltanski veröffentlichtes Buch „Der neue Geist des Kapitalismus“.

Wissenschaftlich beschäftigt sich Chiapello vor allem mit der Kritik des Kapitalismus und dem weitreichenden Prozess der Finanzialisierung, also der Änderung wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Praktiken und Entscheidungen durch den Einfluss finanzwirtschaftlicher Kenntnisse und Regelungen.

Europäische Spitzenforscherin baut in Hamburg internationales Netzwerk auf

Ève Chiapello wird in den nächsten Jahren für Forschungsprojekte und Konferenzen an das Centrum für Globalisierung und Governance (CGG) der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften kommen. Der erste Aufenthalt ist für Herbst 2016 geplant. Vom CGG aus wird Ève Chiapello ein internationales Forschungsnetzwerk aufbauen, das sich der vergleichenden Forschung von Finanzialisierungsprozessen widmet.

Geplant sind zudem Projekte an der Universität Hamburg mit Prof. Dr. Anita Engels zum Thema Finanzialisierung der ökologischen Krise, die sich insbesondere in Märkten für Treibhausgase zeigt, sowie mit Dr. Lisa Knoll zum Thema Finanzialisierung von Sozialpolitik. Von besonderem Interesse ist hier das sogenannte „Social Impact Investing“. Darunter sind private Investitionen in soziale Projekte zum Wohle der Gemeinschaft zu verstehen, wie sie sich in den liberalen Ökonomien Großbritanniens und den USA seit einigen Jahren etabliert haben.

Prof. Dr. Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg: „Ève Chiapello gehört zu den europäischen Top-Wissenschaftlerinnen in den Sozialwissenschaften. Ich begrüße Sie herzlich an der Universität Hamburg und danke der Fakultät für das Engagement bei der Einwerbung des Forschungspreises.“

Der Anneliese-Maier-Forschungspreis wird von der Alexander von Humboldt-Stiftung an Geistes- und Sozialwissenschaftler/innen aus dem Ausland verliehen, die von Kooperationspartnern an deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen nominiert werden. Er ist mit 250.000 Euro dotiert. Das Preisgeld wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gestiftet. Es soll dazu dienen, Forschungskooperationen mit Fachkolleginnen und -kollegen in Deutschland zu finanzieren. In diesem Jahr verleiht die Alexander von Humboldt-Stiftung insgesamt sechs Anneliese-Maier-Forschungspreise.

Für Rückfragen:

Prof. Dr. Anita Engels
Universität Hamburg
Institut für Soziologie
Tel: +49 40 42838-3832
E-Mail: anita.engelsdummy@wiso.uni-hamburgdummy2.de



Quelle: Pressemitteilung der Universität Hamburg