CliSAP Forscher erhalten halbe Million für Satellitenmission

29.01.2015

Die Europäische Union unterstützt die Hamburger Meereis-Forschung in den nächsten drei Jahren mit rund einer halben Million Euro. Im Rahmen des jetzt bewilligten internationalen Projektes SPICES werden die CliSAP Forscher Lars Kaleschke und Dirk Notz Verfahren zur genaueren Vermessung und Vorhersage von Meereis entwickeln. Dazu werden sie auch Daten des neuen Satelliten SMAP auswerten, der am 30. Januar ins All abgehoben ist.

SMAP was launched on January 31
The thickness of Arctic ice is an important indicator of its lifespan

Das Meereis der Arktis reagiert äußerst empfindlich auf Klimaveränderungen und gilt daher als ein wichtiges Frühwarnsystem im Klimasystem der Erde.  Bisher konnten allerdings vor allem regionale Veränderungen in der Eismenge nicht zuverlässig abgeschätzt werden, weil flächendeckende Messungen der Eisdicke fehlten.

„Der neue Satellit SMAP – ursprünglich für Messungen zur Bodenfeuchte an Land konzipiert – wird nun erstmals detaillierte Daten zur Eisdicke liefern“, sagt Lars Kaleschke, Professor am Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit der Universität Hamburg. Mit einer riesigen Reflektorantenne von sechs Metern Durchmesser kann er die Wärmestrahlung im langwelligen Mikrowellenbereich besonders genau vermessen. Hieraus lässt sich die Eisdicke bestimmen.

Zusätzlich verfügt SMAP über ein aktives Radar, das mit seiner räumlichen Auflösung von drei Kilometern sehr engmaschig Daten liefert. „Dies ist besonders nützlich für die Eisdicke, die räumlich stark variiert“, sagt Kaleschke. Bisher war die Auflösung entsprechender Satellitendaten viel geringer und lieferte für ein Gebiet von etwa 35 mal 35 Kilometern je nur einen Messwert.

Bevorzugter Zugang zu NASA-Daten für CliSAP

Im Projekt SPICES (kurz für Space-borne observations for detecting and forecasting sea ice cover extremes) werden Kaleschke und sein Team zunächst Methoden entwickeln, um die von SMAP gesendeten Daten zu interpretieren. „Um konkrete Informationen zum Eis herauslesen zu können, analysieren wir die Zahlen zunächst mit Hilfe von physikalischen Rechenmodellen“, sagt Kaleschke. Aufgenommen in die exklusive Gruppe der „Early Adopters“, erhält er von der NASA vorrangigen Zugriff auf die Satellitendaten.

Die aufbereiteten Eisdaten werden anschließend in der Gruppe um Dirk Notz am Max-Planck-Institut für Meteorologie genutzt. Sie liefern zum Beispiel exaktere Startbedingungen für Computermodelle, eine wichtige Voraussetzung für Vorhersagen der zukünftigen Eisbedeckung. Durch solche Simulationen könnten auch Rückschlüsse auf die jahreszeitliche Entwicklung der Temperaturen in Mitteleuropa möglich werden, da die Eisbedeckung einen großen Einfluss auf den Wärmeaustausch zwischen Ozean und Luft hat.

Neben Kaleschke und Notz sind am SPICE-Projekt Forscher und Forscherinnen von insgesamt 14 Institutionen aus acht Ländern beteiligt, die mit drei Millionen Euro gefördert werden.

Satellitenstart SMAP und Infos