Klimaforschung: Hamburger Köppen-Preis geht 2012 in die Schweiz

Preisträger 2012: der Schweizer Elias Zubler

Dem Nachwuchsforscher Elias Markus Zubler ist gelungen, die Wirkung von Aerosolpartikeln – das sind Schwebstoffe in der Atmosphäre – auf Temperatur, Niederschlag und Bewölkung in ein regionales Klimamodell einzubauen. Er entwickelte damit ein wichtiges Basiswerkzeug, um künftige Klimaprognosen zu verbessern.

Wie die Jury des Wladimir-Peter-Köppen-Preises heute verkündet, zeichnet sie den 31-jährigen Schweizer für seine herausragende Doktorarbeit zu diesem Thema aus. Der jährlich verliehene Forschungspreis des Hamburger Exzellenzclusters CliSAP der Universität Hamburg ist mit 5000 Euro dotiert und wird im Januar 2013 feierlich übergeben werden. Zubler schloss seine Dissertation im vergangenen Jahr an der Eidgenössisch Technischen Hochschule (ETH) Zürich ab.

Aerosolpartikel sind schwebender Staub, gebildet zum Beispiel durch Sand, Ruß-, Sulfat- oder Pflanzenteilchen. Sie können die Entstehung von Wolken begünstigen und beeinflussen damit Wetter und Klima. Bisher wurden Aerosole in regionalen Klimamodellen allerdings nur sehr grob abgebildet. Zubler setzte Module ein, welche die Mikrophysik der Aerosole in interaktiver Form berücksichtigen und damit den natürlichen Abläufen sehr nahe kommen – und integrierte sie in ein bestehendes Modell. Jetzt lässt sich zum Beispiel der Anteil von Ruß und Kohlenstoffpartikeln, Meersalz und Mineralstaub einzeln berechnen. Das neue Modell unterscheidet außerdem zwischen Wolken- und Regentropfen, Wolkeneis, Schnee und Graupel.

So konnte Zubler beispielsweise zeigen, dass der Einfluss von Wolken auf die Sonneneinstrahlung stärker ist, als der Effekt durch Aerosole allein. Für den Alpenraum wies er nach, dass Aerosolpartikel die Niederschlagsmuster ändern können. Bei stark verschmutzter Luft reduzierte sich der Niederschlag teilweise um die Hälfte, wie Zubler in 270 Simulationen statistisch belegen konnte.  Die Arbeit macht deutlich, dass bisherige Regionalmodelle den Einfluss von Aerosolen nur unzureichend abbildeten.

 „Zublers Erkenntnisse werden regionale und globale Klimamodelle realistischer machen. In den Klimawissenschaften brauchen wir solche herausragende Talente, die ihre frischen Ideen in souveräne Forschung umsetzen“, sagt Martin Claußen, Sprecher des Hamburger Exzellenzclusters CliSAP am KlimaCampus. „Der Köppen-Preis möchte hierfür einen zusätzlichen Anreiz schaffen und hat in Elias Zubler einen würdigen Preisträger 2012 gefunden.“